Kürbisfunkeln

Im kleinen Wald lebte ein junger Hirsch. Er hieß Hanno. Hanno hatte weiche Ohren, flinke Beine und ein sehr freundliches Herz. Jeden Abend sagte er dem Mond guten Abend. Dann legte er sich auf sein Moosbett. Doch an diesem Abend sah Hanno etwas auf der Wiese liegen: einen runden, orangefarbenen Kürbis.
Der Kürbis sah lustig aus. Er hatte einen kleinen Stiel wie eine Nase. Neben ihm lag ein heller Stern. Der Stern war vom Himmel gerutscht und kicherte leise. „Hallo, Hanno“, sagte der Stern. „Ich bin Stelli. Ich wollte nur kurz hüpfen, aber nun finde ich meinen Platz nicht mehr.“
Hanno wollte helfen. „Komm, Stelli, wir suchen zusammen“, sagte er. Doch zuerst stolperte Hanno über Blätter, Zweige und alte Eicheln. Auf der Wiese lag alles durcheinander. Stelli blinkte und sagte: „Oh je, hier ist es so unordentlich. So finden wir den Weg zum Himmel nie.“
Da nickte Hanno. Er holte den Kürbis. „Du kannst unser Sammelkorb sein“, sagte er fröhlich. Zusammen räumten sie die Wiese auf. Blätter kamen auf einen Haufen. Zweige kamen neben den Baum. Eicheln kamen in den Kürbis. Hanno fegte mit seinem Schwanz den Weg frei. Alles wurde sauber und schön.
Plötzlich tropfte leiser Regen vom Himmel. Die Tropfen waren warm und freundlich. Dann kam die Sonne noch einmal hinter einer Wolke hervor. Über dem Wald leuchtete ein großer Regenbogen. Er hatte Rot, Gelb, Grün, Blau und noch mehr Farben. Stelli klatschte mit seinen kleinen Sternspitzen. „Das ist die Treppe nach oben!“
Hanno stellte den Kürbis unter den Regenbogen. Stelli sprang auf den Kürbis, dann auf einen glänzenden Tropfen und dann auf den ersten bunten Streifen. „Danke, lieber Hanno“, rief Stelli. „Weil du sauber gemacht und alles geordnet hast, konnten wir die Regenbogen-Treppe sehen!“ Hanno lachte. Sein Herz fühlte sich warm an.
Stelli flog zurück an den Himmel und blinkte nur für Hanno besonders hell. Der Kürbis blieb auf der Wiese und war nun ein ordentlicher Eichelkorb. Hanno legte sich müde und glücklich auf sein sauberes Moosbett. Er flüsterte: „Wenn alles sauber und an seinem Platz ist, findet man leichter Freude.“ Dann schlief er friedlich ein.